Raid-Bosse: Die guten und die schlechten

Raiden ist im späteren Spiel das Herz von der PvE-Weiterentwicklung und Boss-Encounter — also der Ablauf der Kämpfe gegen einen Boss und die Taktiken — sind das Herz des Raidens. Für mich als PvE-Spieler ist alles drumrum nur Fluff: Farmen, Heroics, Trashmobs, BG-Ehre-Farmen, bissl Twinken…all das würde ich nicht machen, wenn es keine guten Boss-Encounter geben würde.
Manche spielen die Encounter wegen den Items, ich sammle Items, um mehr Encounter zu sehen. Aber leider sind nicht alle Encounter gleich gut. Manche sind herausfordernd, dynamisch, taktisch anspruchsvoll, machen Spaß, haben Stil oder wirken episch. So sehr man auch darüber flucht, wenn man wiped, so cool ist es doch, wenn man sie geschafft hat. Andere Boss-Kämpfe sind so dermaßen langweilig, dass man fast einschläft und leicht verpennt, wenn der Boss doch mal eine Fähigkeit anwendet, auf die man reagieren muss. Oder sie sind nur nervig.

Ich schreibe heute über die Encounter, die ich gerne mag, und die, die ich doof finde. Ich schreibe natürlich nur über Kämpfe, die ich (erfolgreich) kenne. Dabei sind Kriterien Dynamik (wie sehr muss ich mich bewegen, auf gegnerische Fähigkeiten achten und meine eigenen Fähigkeiten einsetzen), taktische Variationen (kann ich verschiedene Taktiken verwenden, um den Boss zu schaffen), Stil und Lore (ist der Boss von sich aus interessant und passt er in die Geschichte) und Schwierigkeitsgrad (ist der Boss-Encounter zu leicht oder sind zu viele Zufallselemente drin, die den Kampf unnötig schwer machen).

Die Hervorragenden:

  • Vashj: der epische Kampf schlechthin; Phase 2 der Tentakellady ist das widerlichste, genialste, krankeste, sadistischste und spannenste, was ich je von Blizzard gesehen habe. Der Adrenalinausstoß von Phase 2 und 3 läßt sich mit nichts vergleichen, was ich sonst in WoW kenne. Es bleibt immer spannend bis zum Schluss, wenn die Fledermäuse die ganze Plattform vollkotzen, während der Tank gerade mit einer statischen Aufladung explodiert. Und der Kampf fordert von jedem einzelnen volle Konzentration und vollen Einsatz. Gerade in Phase 2 kann man Fehler nicht kompensieren. Einziger Kritikpunkt: In Phase 2 kann es zu blöden Zufällen kommen, die zum Wipe führen: Ein Strider-Netz an der falschen Stelle, ein Strider-Spawn, während der Magier gerade auf seinen Aoe-Burst-Knopf drückt, und das war es. Der Elite-Naga-Cleave ist dermaßen fies, besonders, weil die Viecher die ganze Zeit wuseln und schlangenförmig laufen, während sie von den Melees angegriffen werden.
  • Kael’Thas: Auch die Kategorie “ganz großes, episches Tennis”, gefällt mir aber nicht ganz so gut wie Vashj. Phase 4 und 5 sind stark, Phase 3 ist gut, aber gerade Phase 1 und 2 nerven nach einer Weile und ziehen den Kampf unnötig hin. Und ich kann die Anfangsrede von Kael’Thas nicht mehr hören! Außerdem finde ich die Waffen-Aufheben-Nutzen-Rumtragen-Konzeption sehr nervig, auch wenn die Idee mit den Waffen gut ist. Ein weiterer Schwachpunkt ist, dass die Ausführung eine Bomber/Fernkämpfer-Aufstellung stark bevorzugt und den Aktionsradius von Nahkämpfern einschränkt. Und im Gegensatz zu Vashj ist hier weniger Einzelleistung als Gesamtleistung gefragt, weil ein einzelner Toter gut zu verschmerzen ist.
  • Magtheridon Pre 2.4: Der dritte epische Kampf gefällt mir auch sehr gut — oder gefiel mir bis zu 2.4 sehr gut (inzwischen ist er ziemlich lahm, da alles interessante rausgenerft wurde). Der Gegner, ein großer, fetter Pit-Lord, der mal der Herrscher über Outland war, macht was her, und seine Kanalisierer sind auch sehr einfallsreich. Der Kampf hat starke, taktische Anforderungen: Jeder muss genau wissen, was er zu tun hat — ob unterbrechen, bannen, Eisfalle setzen, Würfel drücken oder Fluch der Sprachen setzen — und wann er es zu tun hat. Aber trotzdem ist der Kampf dynamisch. Es gibt viele Adds mit verschiedenen Fähigkeiten, es gibt die “Blast Nova from Hell”, den Deckeneinsturz, die Steigerung der Stärke der Hexer, die Flammen am Boden, usw. Sehr innovativer Kampf, der auch vom Schwierigkeitsgrad her gut getuned war, weil er hauptsächlich Stellungsspiel trainierte. Einzig den mittleren Teil finde ich sehr zäh, wenn man seinen Würfel-Drück-Rhytmus gefunden hat und jeder nur noch auf den Boss prügelt.
  • Gurtogg Bloodboil: Haben wir erst gerade gelegt, und er gefällt mir außerordentlich gut. Endlich ein Kampf, bei dem ich das Gefühl habe, dass wir im schwarzen Tempel angelangt sind. Selbst wenn der Typ verdammt häßlich ist, so ist der Kampf doch anspruchsvoll und spaßig. Er ist für alle Beteiligten sehr dynamisch und erfordert Konzentration. Die Idee, auch andere Klassen tanken zu lassen und ihre “Tankfähigkeiten” auszutesten finde ich sehr witzig. Für die Tanks ist er auch schön gelungen, weil er das Aggromanagement, das Säure-Debuff-Handling und das Abwechseln der Tanks fordert. Mal was anderes als ein Tank, der den ganzen Kampf tankt (wie bei allen Mount Hyjal-Bossen). Den Schwierigkeitsgrad finde ich knackig, aber nicht overtuned.
  • Leotheras: Für einen mittleren Boss finde ich ihn sehr gut designed. Nicht zu schwierig, nicht zu leicht, mit drei Adds als Einstimmung sehr nett, abwechselungsreich und sehr stimmungsvoll, wie der Dämonenjäger von seinem Dämon übermannt wird. Die Idee des inneren Dämons ist cool und die letzten 15% sind eine tolle Nuke-Phase. Wehrmutstropfen: Es ist doof, wenn für einen Boss am besten ein Hexer umskillen muss. Außerdem ist er nicht besonders nahkampffreundlich.
  • Aran: Der beste Karazhan-Encounter. Für den Progress-Level ein Haufen Fähigkeiten, die gutes Reaktionsvermögen und Verständnis erfordern. Die Random-Aggro und die Nahkampflastigkeit macht den Kampf sehr dynamisch und alles andere als langweilig.


Die Guten:

  • Najentus: Ganz klar ein Equipment-Check für die HP aller Beteiligten (unter 8.5k HP geht nix!), aber auch sonst einfallsreich und dynamisch mit den Spiralen, die im Körper unserer Kameraden stecken. Leider extrem heiler-lastig, aber auch die DDs müssen aufpassen.
  • Karathress: Vier Mobs mit unterschiedlichen Fähigkeiten, schnelle Wechselmöglichkeiten für die DDs, unterschiedliche Strategien, Stellungsspiel — ein witziger und abwechselungsreicher Kampf. Der Schamane haut vielleicht ein bisschen feste zu, Karathress selbst ist später ein bisschen laaaaahm, aber der Rest ist gut getuned.
  • Al’ar: Der Feuervogel hat zwei unterschiedliche Phasen: Die erste Phase ist für Tanks sehr bewegungslastig und anstrengend, aber auch die Add-DDs müssen aufpassen. Die zweite Phase ist sehr schön dynamisch durch den Meteor, die Adds und das neue Erscheinen von dem Phoenix. Die Eigenschaft, dass Adds töten den Boss schwächt, erlaubt verschiedene Taktiken. Kein equipmentlastiger Kampf, aber ein interessanter und dynamischer.
  • Maulgar: Der Kampf ist nicht schwer, aber er ist interessant, da die verschiedenen Adds alle unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Sehr schöne Variabilität der Tanks, ein anspruchsvoller Pull, und eine gute Übung in Gruppenarbeit. Als Einstieg in 25er-Raids genau richtig.


Die Schlechten:

  • Solarian aktuell: Der schlechteste Kampf überhaupt. Es gibt genau eine Fähigkeit (DIE BOMBE!), die dem Raid was tun kann, der Rest ist lächerlich. Wenn alle ein bisschen aufpassen, ist der Kampf trivial, pennt einer, wiped man. Geddon aus MC war interessanter. Die Voidwalker-Form ist harmlos. Für einen T5-Boss macht Solarian viel zu wenig Schaden.
  • Voidreaver: Nicht umsonst Loot-Reaver genannt. Ein langweiliger 10 Minuten-Kampf mit einer Fähigkeit für Fernkämpfer, einer für Nahkämpfer und einer für Tanks. Hat man “seine” Fähigkeit begriffen, heißt es einfach “Schaden machen”. Gäääähn! Als Tank besonders öde.
  • Rage Winterchill: Früher ein Belohnungs-Boss dafür, dass man Vashj und Kael’Thas gelegt hat. Inzwischen einfach Freelot. Nicht nur, dass der Typ nix kann, seine Fähigkeiten sind auch nicht interessant.
  • Shade of Akama: Der Kampf sieht auf dem Papier so schön aus. Viele Adds, taktische Verteilung der Gruppe, ein Endkampf gegen die Zeit, ein “Lore-Encounter” mit NPC…alles drin, was Spaß macht. Aber entweder sind die Gegner viel zu schwach oder die Equipment-Verfügbarkeit auf dem Progress-Level zu stark. Die Adds machen keinen Schaden, fallen alle schnell um, und der Endkampf ist für eine Gruppe, die es bis dahin geschafft hat, auch keine Herausforderung mehr. Unsere Haupt-Heilerin hat schon gemotzt, dass heilen da so langweilig ist, dass sie Schaden machen will.
  • Prinz in Karazhan: Mein Hass-Gegner. Nein, nicht weil er so hart zuschlägt, sondern weil die Infernals einen so auf den Geist gehen können und einem so den Spaß vermiesen können, dass der Kampf eine Tortur ist. Das nervige an dem Kampf ist, dass er das eine Mal ein Kampf ohne Bewegung ist, wo man nichts können muss, und das nächste Mal wiped man 5 Mal in T6, weil die Infernals die ganze Terasse abdecken.

So, das war meine Aufzählung. Ich hoffe, es kommt nicht dabei rüber “hah, ich bin so imba, ich schaffe die Kämpfe mit links” — bin ich ganz und gar nicht. Ich mag es nur, wenn bei den Kämpfen was passiert und die ganze Gruppe in Aktion ist. Fährt man nur seine 0815-Rotation runter, dann brauche ich keinen Bosskampf dafür.

Wie seht ihr das, welche Kämpfe findet ihr interessant, welche doof?

~ by apollyon on May 7, 2008.

4 Responses to “Raid-Bosse: Die guten und die schlechten”

  1. Aran war auch mal interessanter. Seid sie ihn gegimpt haben mit dem HP nerf von den Eles und dem Streichen von Dragonbreath ist er eigentlich ein ziemlicher Freekill.
    Allgemein finde ich das die Bosse nur dann interessant sind wenn man sie nicht overpowern kann. Die ersten Runs auf Kara waren darum spannend weil nicht jeder von oben bis unten mit Markenzeug voll war das sein gesamtequip quasi T5+ level hatte. Darum ist auch nur das Raidendgame idr wirklich interessant. Dort kann man nicht mit Epics und overgearen gewinnen, braucht also wirklich spielerisches Können und engagement.

  2. Pardon, der Post da oben ist von “Curan”.
    Ich sah den Link zu deinem Blog im Forum und wollte man eben vorbei sehen. *grins*
    Ich werd hier mal bei gelgenheit ein wenig mehr durchlesen.

  3. Solarian aktuell ist schon wirklich ein lahmer Boss…ich fand ihn früher auch wesentlich ansprechnder!

    btw. Shhicker Blog!

  4. Gefallen tun mir bis jetzt alle wobei es auch die langweil bosse gibt die nur beim ersten mal irgendwie cool waren😄

    Langweilig find ich Voidreaver,Lurker,Winterchill

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